Modellprogramm:
Arbeitsweltbezogene Jugendsozialarbeit
Modellphase: Kompetenzagenturen (2002 – 2006)
Das Modellprogramm gibt den Anstoß für den Aufbau von Kompetenzagenturen, die als fachlich anerkannte Dienstleister eine zentrale Vermittlungs- und Lotsenfunktion zur beruflichen und sozialen Integration besonders benachteiligter Jugendlicher an sozialen Brennpunkten und in strukturschwachen ländlichen Regionen einnehmen. Diese Agenturen werden geeignete Konzepte des Zuganges für die Jugendlichen, die für bisherige Angebote nicht oder nur schwer erreichbar waren, entwickeln und etablieren.
Mit den einzelnen Jugendlichen wird durch Profiling und den anschließenden individuellen Entwicklungsplan festgelegt, welche eigenständigen Leistungen des Jugendlichen gefordert sind und an welchen Stellen Förderung möglich ist. Die Kompetenzagenturen zielen auf eine „passgenaue“ soziale und berufliche Integration, indem sie Beratungs-, Unterstützungs- und Vermittlungsleistungen anbieten. Die enge Einbindung in bestehende Netzwerke ermöglicht, Angebotsdefizite festzustellen und Vorschläge für deren Beseitigung zu machen.
Die Aufgabenstellung und die Entwicklungsperspektive der Kompetenzagenturen machen diese zu einer kompetenten Instanz mit dem Know-How und den Experten für die Unterstützung der Integration besonders benachteiligter Jugendlicher. Indem die Kompetenzagenturen die aktuellen Entwicklungen infolge der Umsetzung der Hartz-Vorschläge in ihre konzeptionellen Planungen mit aufnehmen, profilieren sie sich als geeignete Partner für die Ausgestaltung eines Teilgebietes der zukünftigen Job Center.
Innovationen und Aktualität des Programms:
In ihrer präventiven Orientierung nehmen die Agenturen die Probleme von Schulmüdigkeit, Schulverdrossenheit und Schulverweigerung zum Anlass, eng mit den Akteuren des ersten Bildungssystems zu arbeiten und damit Maßnahmekarrieren im Ansatz zu verhindern.
Die Kompetenzagenturen richten ihre Unterstützung an den individuellen Multiproblemlagen besonders benachteiligter Jugendlicher aus. Unterstützt durch die Methoden „Case Management“ und „Coaching“ verfolgen sie einen am Individuum ausgerichteten Unterstützungs- und Förderungsansatz auf der Basis geeigneter Kompetenzfeststellungsverfahren.
Zur Aktivierung der Selbsthilfepotenziale der Jugendlichen werden die Ressourcen des Elternhauses und des familiären Umfeldes systematisch in die Unterstützungsplanung mit einbezogen und umfassend gefördert.
Programmübergreifende Standards
- Controlling und Steuerung des Modellprogramms in enger Abstimmung zwischen dem BMFSFJ, der Steuerungsrunde, der Wissenschaftlichen Begleitung (DJI) und Regiestelle (INBAS).
- Sicherung der Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität durch zentrales Monitoring und Berichtswesen (Regiestelle u. Wissenschaftliche Begleitung).
- Synergieeffekte durch bundesweite Vernetzung der Agenturen und Partnerprogramme.
- Einführung eines EDV-Programms zur Unterstützung des Case Management, des zentralen Monitoring und der Datenerfassung für die wissenschaftliche Begleitung.
- Entwicklung von Verfahren zur Wirksamkeitskontrolle der Strategien und Methoden sowie der Effekte der lokalen Kooperation (Wiss. Begleitung).
- Programmbegleitende Personalentwicklung und Professionalisierung.
- Umsetzung der Gender-Mainstreaming-Prinzipien auf allen Programmebenen.
Bundesweit wurden 15 Agenturen etabliert.
Struktur des Modellprogramms
Ausführliche Informationen zur inhaltlichen Entwicklung des Programms und zum Konzeptwettbewerb finden Sie auf der Seite Konzeptwettbewerb.


